Grauer Schiefer (z.B. Rathscheck Schiefer) – daran denken die meisten Menschen, wenn Ihnen der Begriff Schiefer begegnet. Die typische dunkelgraue Farbe dieses Natursteins wirkt eher zurückhaltend. Roter Schiefer dagegen ist extrem auffällig und zudem sehr selten, denn der Naturstein entsteht unter besonderen Bedingungen und wird von Kennern ausserordentlich geschätzt.

Roter Schiefer: Klassifikation

Schiefer ist nicht gleich Schiefer. Viele  „falsche“ Schiefersorten wie Tonstein oder Mergel wurden lange Zeit zu den Schiefern gezählt, da sie aus sehr feinkörnigem Sedimentgestein bestehen, das sich in dünne Schichten aufspalten lässt. Eigentlich unterscheidet man zwei „echte“ Arten: Kristalline Schiefer sind Gesteine, bei denen sich unter hohem Druck neue Schichtsilikate bilden, die durch eine parallele Ausrichtung die Spaltbarkeit gewährleisten. Roter Schiefer zählt aber zu den Tonschiefern, die aus dem Übergangsbereich von der Diagenese (Temperatur und Druck sind niedrig) zur Metamorphose (Temperatur und Druck sind hoch) stammen. Roter Schiefer kann beispielsweise aus blaugrauem Schiefer entstehen, der sich über einen Zeitraum von Millionen von Jahren unter Druck und geologischer Erhitzung langsam verfestigt.

Grüner und Roter Schiefer – oder beides?

Farbschiefer kommen seltener vor als die üblichen Schiefersorten. Die jeweilige Farbe hängt von den Mineralien, deren Korngrösse und der Struktur des Natursteins ab. Erhältlich sind Grüner Schiefer und Purpurner bis Roter Schiefer. Diese Varianten entstehen durch die natürlichen farbgebenden Minerale Chlorit (Grün) oder Hämatit (Purpur bzw. Rot). Grüner und Roter Schiefer sind trotz der unterschiedlichen Färbung so eng miteinander verwandt, dass sie innerhalb eines Steinbruchs oft direkt nebeneinander vorkommen oder sich sogar vermischen: Neben grün-rot gestreiften Schiefern finden sich sogar exotische Varianten wie Roter Schiefer mit grünen Punkten! Farbige Schiefersorten sind meistens hell und glänzen sehr stark und weisen durch Strukturunterschiede ein aufregendes Deckungsbild auf, das dem Naturstein viel Lebendigkeit verleiht. Je nach Lichteinfall kann Grüner und Roter Schiefer in unterschiedlichen Farbnuancen erscheinen.

Alternativen zu Rotem Schiefer

Roter Schiefer eignet sich hervorragend, um farbliche Akzente auf dunklen Schieferflächen zu setzen. Auch wenn Sie sich ein rares, selten verwendetes Produkt wünschen, sind Sie mit Farbschiefern im Allgemeinen gut beraten. Häufig werden diese für Ornamente, Schmuckbänder und andere dekorative Elemente im Dachbereich verwendet. Da Roter Schiefer sehr selten ist, möchten wir Ihnen drei alternative Natursteine nennen, mit denen Sie wunderschöne Farben in Ihr Eigenheim bringen können: Roter Sandstein (z.B. Modak) ist überall erhältlich und eignet sich hervorragend für die moderne Gartengestaltung. Für Schieferfans bieten wir auch eine bunte Sorte an, die mehrere Farben auf exotische Weise vereint: Die Schieferfliese Peacock Multicolor mit ihrem purpurnen Grundton strahlt Individualität pur aus.

Die jeweilige Farbe Ihres Wunsch-Natursteins ist Geschmackssache. Auf jeden Fall ist Roter Schiefer eine echte Rarität, die dem Image des grauen Natursteins Schiefer einige schöne Farbtupfer verpasst!

[Fotos v.o.n.u.: "Oregon Garden slate stairs 2007-12-23 15-24-38 0073" von "EncMstr" unter CC-Lizenz]

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Autor stonenaturelle

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