Porto Schiefer

Dem Naturstein auf den Zahn gefühlt

hellgraue Schieferfliese Grey Slate, fein gespalten mit leichten Musterungen

In unserem ersten Artikel zum Portugiesischen Schiefer haben wir uns mit dem „Markenwert“ des Portugiesen beschäftigt und hierfür den brasilianischen Schiefer zum Vergleich herangezogen. Dieses Mal betrachten wir uns den Naturstein an sich näher: Wie und wo entsteht der Porto Schiefer? Wofür wird er verwendet? Erfahren Sie hier weitere Details über einen der gefragtesten Natursteine überhaupt.

Porto Schiefer – Valongo lässt grüssen

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt der Naturstein aus Portugal, weshalb er auch Portugiesischer Schiefer genannt wird. Doch zwei Namen genügen nicht; Porto Schiefer wird unter drei weiteren Bezeichnungen gehandelt: Ardosia de Valongo, Lousa de Valongo oder einfach Valongo-Schiefer. Im Prinzip laufen aber alle Bezeichnungen auf dieselbe Bedeutung hinaus: ardósia ist portugiesisch für „Schiefer“, während lousa die „Schieferplatte“ meint. In allen fünf Fällen geht aus dem Name des Porto Schiefer seine Herkunftsregion hervor: Die Stadt Valongo im Distrikt Porto von Portugal. Hier gibt es viele Flüsse und fruchtbare Böden, weshalb ein eifriger landwirtschaftlicher Betrieb und die alte Backtradition gepflegt werden.

Aufnahme eines Wohn- und Essbereichs mit weisser Couch, Holzelementen und Schieferfliese Mustang als Bodenbelag, im Hintergrund eine NatursteinwandDas ruhige Grau von Schiefer kommt bei grossformatigen Fliesen gut zur Geltung.

Zwischen Diagenese und Metamorphose

In petrographischem Sinne unterscheidet man bei Schiefer zwei Arten: Tonschiefer und kristalline Schiefer. Kristalline Schiefer sind dabei reine metamorphe Gesteine, das heisst, sie entstehen wenn Tonminerale sich unter hohem Druck und hohen Temperaturen in Schichtsilikate umwandeln. Porto Schiefer gehört zu der Gruppe der Tonschiefer. Diese Gesteine stammen zum Übergangsbereich zwischen Diagenese und Metamorphose. Die Diagenese bezeichnet den Prozess der Verfestigung von Sedimenten, der sich im Vergleich zur Metamorphose unter relativ niedrigem Druck vollzieht. Porto Schiefer zeigt somit keine der typischen Minerale, die bei der Metamorphose gebildet werden. Seine schiefrige Struktur erhält er indes durch die Kristallisation von Tonmineralen bei der Gebirgsbildung.

Porto Schiefer steckt voller Schätze

Da nun die Entstehung von Porto Schiefer genau erklärt wurde, werfen wir jetzt einen Blick auf das Endprodukt, den Naturstein. Porto Schiefer ist ein blaugrauer bis schwarzer, sehr dunkler Schiefer. Seine Oberfläche weist Ausbuchtungen bis zu 2cm Höhe auf, ausserdem lassen sich manchmal Quarznester und Pyrite (auch Katzengold genannt) erkennen.  Die Unterseite der Fliesen und Platten ist zumeist kalibriert, gehobelt oder wurden mit einer Haftbrücke versehen, damit Porto Schiefer besser verlegt werden kann. Der Naturstein ist sehr dicht und homogen und dadurch auch robust.

Die Oberfläche von Porto Schiefer birgt das eine oder andere Geheimnis.

Ein paar Tipps zum Schluss

Aufgrund seiner guten Spaltbarkeit eignet sich Porto Schiefer für grossformatige Fliesen, allerdings ist er nicht sehr frostbeständig. Bei sehr kalten Temperaturen können einzelne Schichten abplatzen. Ausserdem sollte man keine grossen Platten im Freien verlegen, da Porto Schiefer sich bei Sonneneinstrahlung wärmebedingt ausdehnt und der Naturstein dann reissen kann. Meistens wird der Naturstein deshalb im Innenbereich verwendet: Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Fensterbänke, Waschtische, Küchenarbeitsplatten und Cheminéeverkleidungen machen sich sehr gut im dunkelgrauen Kleid. Damit dieses seinen Glanz behält, können Sie unsere Tipps zur Pflege von Schiefer nachlesen. Wenn Sie auch den oben bereits genannten Artikel  gelesen haben, wissen Sie alles Beachtenswerte über den Porto Schiefer!

Geschrieben von:

Autor stonenaturelle

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