Naturstein und Fussbodenheizung

Vergessen Sie alle Vorbehalte

Junge und Golden Retriever auf verlegter Travertinfliese Light, römischer Verband

Naturstein wirkt auf den ersten Blick kalt. Deshalb denkt man oft, dass es unangenehm ist, auf Natursteinfliesen barfüssig zu laufen. Aber das stimmt, wenn überhaupt, nur ohne Fussbodenheizung! Ansonsten ist es sehr angenehm, auf Natursteinböden zu laufen, selbst auf Socken oder barfüssig und im Winter. All diejenigen, die besonders verfroren sind, werden staunen, wie  hervorragend  sich Naturstein und Fussbodenheizungen kombinieren lassen.

Ein sparsames Material mit Fussbodenheizung

Wenn der Winter kommt, muss das Haus beheizt werden und mit der sich ausbreitenden Wärme steigt auch die Angst vor der Heizkostenrechnung. Mit Naturstein müssen Sie sich darum nicht mehr sorgen.

Zunächst muss gesagt werden, dass Naturstein ein Material ist, unter welches sich problemlos ein Heizsystem installieren lässt. Das ist ein wichtiger Bestandteil für das Raumklima und -design und um zu sparen. Naturstein hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit, das bedeutet, dass der Stein Wärme lange speichert und sie sehr langsam wieder an seine Umgebung abgibt. Wenn Sie beispielsweise die Travertinfliese Medium im Römischen Verband verlegt haben, werden Ihre Gäste, nicht nur von dessen freundlichem Charme und dessen Originalität begeistert sein, sondern auch von der angenehmen Wärme, die der Naturstein in Kombination mit einer Fussbodenheizung  ausstrahlt. Das ist perfekt für Dinerpartys oder Aperitive an kalten Tagen, die länger dauern als geplant! Die Heizung kann so früh ausgeschalten werden und die Wärme des Steins hält lange nach.. Das spart Energie und tut der Umwelt genauso gut wie Ihrem Portemonnaie.

Gemäß dem französischen technischen Zentrum für natürliche Bamaterialien („centre technique de matériaux naturels de construction (CTMNC)“), vermindern Natursteine im Vergleich zu anderem Baumaterial besonders gut Wärmebrücken. Wärmebrücken mögen Ihnen vielleicht unwichtig erscheinen, aber über sie wird Wärme schnell nach aussen geleitet. Für eine gute und sparsame Energiebilanz sollten sie deshalb vermieden werden.

Schieferfliese Peacock Multicolor mit gespaltener Oberfläche im WohnzimmerDer Schiefer Peacock hat durch sein Farbspiel eine warme Ausstrahlung. Eine Fussbodenheizung verstärkt diesen Effekt noch durch eine angenehme Wärme vom Boden.

Ein optimales Material zur Wärmediffusion

Sie können es in jedem beliebigen Forum oder Artikel lesen, Sie können selbst einen Profi fragen: Naturstein ist das optimale Material, um die Wärme einer Fussbodenheizung zu verbreiten. Für eine perfekte und homogene Wärmediffusion darf das Material nicht sehr isolierend sein – das ist beim Naturstein der Fall. Die Wärmeleitfähigkeit von Naturstein ist sehr hoch. Aus diesem Grund wird er für diese Art von Installationen sehr empfohlen. Eine weitere essentielle Eigenschaft, die ein ideales Material mitbringen muss, ist die Materialdicke, welche nicht stärker als 2 cm sein darf, sonst wird die Wärmleitfähigkeit vermindert. Natursteinfliesen lassen sich zum einen ganz einfach auf ein gewünschtes Mass zuschneiden und zum anderen werden sie so gut wie immer in einer fussbodenheizungs-kompatiblen Stärke geliefert. Die Wärmeleitfähigkeit eines Natursteins definiert sich über seinen Wasseranteil,  im Durchschnitt liegt dieser zwischen etwa 4 bis 10 % laut Schätzungen des CTMNCs. Je mehr Wasser der Naturstein enthält, desto höher ist seine Leitfähigkeit.

Was bedeutet überhaupt Wärmeleitfähigkeit ?

Die Wärmeleitfähigkeit eines Materials wird in der Messgrösse λ (Lamda) angegeben. Dieser Messwert fällt je nach Material unterschiedlich aus, das ermöglicht isolierendes Material von Wärmeleitendem zu unterscheiden. Je höher der Lamda-Wert, desto besser wird Wärme geleitet. Im Umkehrschluss steht ein geringer Lamda-Wert für eine gute Isolierfähigkeit. Ein ideales Material für Fussbodenheizungen hat also einen hohen Lamda-Wert.

Ein numerischer Vergleich lässt die Unterschiede von Bodenmaterialien deutlich werden. Naturstein hat im Allgemeinen eine Wärmeleitfähigkeit die zwischen 2,9 und 3,5 λ liegt, je nach Art des Natursteins. Im Vergleich dazu geben die wichtigsten Konkurrenzmaterialien weniger Wärme ab als Naturstein: Holz mit 0,2 λ, Terrakottafliesen mit 0,8 λ oder Feinstein mit einer Wärmeleitfähigkeit von nur 1,2 λ.

Naturstein 2,9 - 3,5 λ
Feinstein 1,2 λ
Terrakotta 0,8 λ
Holz 0,2 λ

(Quelle: www.energieplus-lesite.be)

Kaufen Sie bei grossen Direktimporteuren, dann ist der Preis für Naturstein zu allen alternativen Materialien sehr konkurrenzfähig. Ein Beispiel wären Schieferfliesen, die ein besonders gutes Preisleistungsverhältnis haben.

Der Markt für Fussbodenheizungen

Der Markt für Fussbodenheizungen bietet zwei verschiedene Systeme: die elektrischen und die hydraulischen Heizsysteme. Naturstein ist für beide Typen geeignet. Der Unterschied liegt im Preis und in der Montage. Elektrische Systeme werden oft für Umbau-Projekte empfohlen, weil sie leichter einzubauen sind. Im Gegensatz dazu werden hydraulische Konstruktionen sehr oft in Neubauobjekte installiert. Für beide Systeme gilt jedoch unbedingt zu beachten, dass die Heizung 48 Stunden vor der Verlegung ausgeschalten ist und erst 2-7 Tage nach der Verlegung wieder in Betrieb genommen wird. Preislich ist eine hydraulische Fussbodenheizung sicher viel teurer in der Anschaffung als eine Elektrische, aber auf lange Sicht auch sehr viel rentabler. Kleiner Tipp: Drehen Sie Ihre Fußbodenheizung 48 Stunden vor dem ausschalten voll auf, so wird der Unterlagsboden ausgedehnt und so wird auch das Risiko der Rissbildung vermieden.

Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

Geschrieben von:

Autor stonenaturelle

Praxis-Ratgeber und Tipps zu Wohnstilen mit Steinböden - Das stonenaturelle-Redaktionsteam hat viele spannenden Themen zu Fliesen und Platten rechechiert und mit tollen Bildern und Videos aufbereitet.

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