Haus mit Garten und Terrasse aus Travertinplatten Light

Wenn Sie bei der Verhandlung mit einem Verleger auf fundiertes Wissen zurückgreifen können, stärken Sie Ihre Position enorm. Auch wer seinen Naturstein selbst verlegen möchte, profitiert von diesem Glossar. Wir erklären Ihnen hier die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Verlegung von Naturstein.

Grundierung

Die Grundierung wird vor dem Mörtel auf den Untergrund aufgetragen und dient dazu, dass dieser gleichmässig stark aufgesaugt wird. Die verlegte Fläche wird dann besonders eben, weil der Mörtel überall gleich dick verteilt bleibt.

Dünnbett, Mittelbett, Dickbett

Das Bett bezeichnet die Mörtelschicht. Diese beträgt beim Dünnbett 5mm, beim Mittelbett 5 – 20mm und beim Dickbett 20 – 30mm. Die unterschiedlichen Verfahren eignen sich für unterschiedlich dicke Fliesen bzw. Platten. Fliesen mit einer gleichmässigen Stärke von bis zu 15mm werden im Dünnbettverfahren verlegt. Für Fliesen, die Masstoleranzen aufweisen, eignet sich das  Mittelbettverfahren, das einen Ausgleich dieser Toleranzen erlaubt. Dicke Platten schliesslich werden im Dickbettverfahren verlegt.

Bad mit vollverkleideter Badewanne und Travertinfliese Light als BodenbelagBei gleichmässig dicken Fliesen und an Wänden verwendet man eine dünne Schicht Mörtel.

Edelsplitt

Edelsplitt besteht aus gebrochenem Naturstein. Hierbei handelt es sich um Splitt, der unter den Platten verteilt wird. Durch die kleinen Freiräume kann Regen- und Schmelzwasser problemlos abfliessen und die Gefahr von Fleckenbildung und Frostschäden wird minimiert.

Floating-Verfahren

Der Mörtel bzw. Fliesenkleber wird auf den Untergrund aufgetragen und mit einem Kammspachtel abgezogen. Der Naturstein wird in den feuchten Mörtel gedrückt und festgeklopft.

Buttering-Verfahren

Bei diesem Verfahren wird nicht der Untergrund mit Mörtel bedeckt, sondern dieser wird direkt auf die Fliese oder Platte aufgetragen. Dies bietet sich z.B. an, wenn der Naturstein nicht gleichmässig dick ist.

Buttering-Floating-Verfahren (kombiniertes Verfahren)

Das Buttering-Floating-Verfahren kombiniert die beiden zuvor erwähnten Varianten. Der Mörtel wird sowohl auf den Untergrund aufgetragen und dort mit einem Kammspachtel abgezogen, als auch auf die Fliese. Der beidseitige Auftrag verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit zwischen Fliese bzw. Platte und Untergrund.

Fliesen

Offiziell gelten alle Natursteinbodenbeläge bis zu einer Stärke von 12mm als Fliese. In der Praxis werden die Begriffe „Fliesen“ und „Platten“ aber häufig synonym verwendet.

Platten

Für alle Natursteine, die eine Stärke von über 12mm aufweisen, ist „Platte“ die korrekte Bezeichnung. In der Schweiz werden unter diesem Begriff allerdings meistens sowohl Fliesen als auch Platten gehandelt.

Fugenkreuze/Fliesenkreuze

Diese bestehen meistens aus Holz oder Kunststoff und sehen aus wie kleine Pluszeichen. Sie werden beim Verlegen der Fliesen als Abstandshalter für die Fugen verwendet, damit diese überall gleichmässig breit sind. Ausserdem können die Fliesen während der Trocknungszeit nicht verrutschen. Fugenkreuze sind in unterschiedlichen Breiten erhältlich.

Detailaufnahme Travertinfliese Medium, getrommelt nicht gespachteltGleichmässige Fugen erhalten Sie mit Hilfe von Fugenkreuzen.

Dehnungsfuge

Die Dehnungsfuge (oder Bewegungsfuge) wird am Rand der verlegten Fläche angelegt, also an Übergängen zu Wänden, anderen Räumen oder sonstigen Bauteilen.  Sie wird mit elastischem Natursteinsilikon ausgefüllt und gleicht die Ausdehnung des Bodenbelags bei Temperaturveränderungen aus. Mit ihr wird sichergestellt, dass Ihre Fliesen und Platten unbeschädigt bleiben, egal wie warm oder kalt es ist!

Masstoleranz

Die Masstoleranz bezeichnet die mögliche Abweichung von einem Orientierungsmass. Dies kann vor allem bei gespaltenen Natursteinfliesen und –platten der Fall sein. Ein Beispiel: Die Schieferfliese Peacock ist 12 mm stark, kann aber Masstoleranzen von +/- 4 mm aufweisen. Andere Fliesenarten sind wiederum deutlich masshaltiger, z.B. Schiefer Mustang mit Masstoleranzen im Bereich von +/- 1 mm. Diese Unterschiede können mit der richtigen Verlegungsweise ausgeglichen werden.

Haftschlämme

Die Haftschlämme verbessert die Haftung der Fliesen bzw. Platten auf dem Untergrund. Die relativ dünnflüssige Substanz dringt in die Löcher auf der Unterseite des Materials ein und bindet somit eine grössere Fläche an den Untergrund.

Natursteinkleber / -mörtel

Mit Natursteinkleber – oder einfach Mörtel – werden Fliesen und Platten auf dem Untergrund aufgeklebt. Er ist in verschiedenen Variationen erhältlich und muss abhängig von Verlegemethode und Einsatzort ausgewählt werden.

Drainage

Die Drainage dient dem entwässern von bebauten Flächen. Im Fall von Natursteinplatten ist dies besonders wichtig, da bei Staunässe Frostschäden und Verfärbungen entstehen können. Es gibt spezielle Drainagemörtel oder Drainagematten, die Regen- und Schmelzwasser abfliessen lassen und Schäden an den Platten verhindern.

Imprägnierung

Die Imprägnierung ist ein Pflegemittel, das in den Stein einzieht und sich wie eine Schutzschicht in den Kapillaren ablegt. Feuchtigkeit, Schmutz und Fette können nach der Behandlung mit einer Imprägnierung nicht mehr in den Stein einziehen, sondern lassen sich ganz einfach abwischen.

Oberflächenbearbeitung

Die Oberfläche von Naturstein kann auf unterschiedliche Weise bearbeitet werden. Man unterscheidet grobe und feine Methoden. Je nach Bearbeitung ist die Oberfläche eher glatt, rau, griffig oder glänzend. Manche Sorten, wie z.B. Schiefer, werden auch naturgespalten angeboten, d.h., dass die Oberfläche nach dem Spalten nicht weiter bearbeitet wurde.

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Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

Geschrieben von:

Autor stonenaturelle

Praxis-Ratgeber und Tipps zu Wohnstilen mit Steinböden - Das stonenaturelle-Redaktionsteam hat viele spannenden Themen zu Fliesen und Platten rechechiert und mit tollen Bildern und Videos aufbereitet.

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