Gneis

Es glitzert und funkelt

Nahaufnahme Granit Urban Grey mit natursamt gebürsteter Oberfläche und Pflanze rechts im Vordergrund

Gneis kommt vom althoch- bzw. mittelhochdeutschen gneiste, ganeist oder gneisto und bedeutet so viel wie „funkeln“ oder „schimmern“. Der Name kommt nicht von ungefähr: Gneis glitzert im wortwörtlichen Sinn. Das liegt an den Glimmermineralen, die im Stein enthalten sind. Doch was macht diesen Naturstein noch aus?

Gneis fährt zweigleisig

Die Bestandteile von Gneis sind hauptsächlich Feldspäte und Quarze, also helle Komponenten. Nebengemengeteile, also dunkle Komponenten wie Titanit, Biotit, Pyrit oder Muskovit, machen gerade einmal 5% aus. Gneis ist, wie auch manche Schiefersorten, ein metamorphes Gestein. Das bedeutet, dass es durch die Umwandlung anderer Steine entsteht. Der Umwandlungsprozess findet unter hohem Druck und hohen Temperaturen statt. Gneis existiert in zwei Formen, die anhand ihres Ausgangsgesteins (Edukt) unterschieden werden: Paragneise entstehen aus Sedimentgesteinen wie Sandstein, weshalb sie einen grösseren Anteil an Nebengemengeteilen aufweisen. Orthogneise dagegen haben Magmatite als Ausgangsgestein, die besonders reich an Quarz und Feldspat sind.  Granit oder Granodiorit zählen beispielsweise zu den Magmatiten.

À propos Granit

Wie unterscheidet man diesen Naturstein denn jetzt vom Granit? Häufig werden im Handel Granit und Gneis gemischt, wie es beim Tessiner Granit der Fall ist. Technisch ähneln sich die beiden Gesteine durchaus. Optisch ist die Unterscheidung für einen Laien kaum machbar. Beide Natursteine haben einen hauptsächlich grauen Grundton. Schaut man sich jedoch das Gefüge etwas näher an, lassen sich hier Unterschiede erkennen: Die Ausrichtung der Gemengeteile beim Granit ist quasi nicht vorhanden, denn die aufbauenden Minerale verteilen sich willkürlich in der Grundmasse. Gneis dagegen weist Schichten auf, in die die Minerale in hellen und dunklen Streifen eingeregelt sind. Diese Schieferung macht den Naturstein aber nicht zum Schiefer: Gneis lässt sich nicht so einfach entlang der Schieferungsflächen trennen, sondern ist relativ schwer aufzubrechen. Auch in der Entstehung unterscheiden sich Gneis und Granit: Granit ist kein metamorphes, sondern ein Tiefengestein. Diese, auch Plutonite genannten Natursteine, bestehen aus unter der Erdoberfläche erstarrten flüssigen Gesteinsschmelzen. Granit ist also quasi eine mögliche Vorstufe von Gneis!

Verlegte Granitplatte Urban Grey mit natursamt gebürsteter OberflächeGneis oder Granit, das ist hier die Frage!

Gneis in Hülle und Fülle

Die dominante Farbe von Gneis ist Grau, einer sehr beliebten Farbe für Natursteine. Dieser Grundton weist je nach Komposition von Nebengemengeteilen rosa, bräunliche, grünliche oder rotbraune Nuancen auf. Die Zusammensetzung von Gneis ist abhängig von den Entstehungsbedingungen, z.B. dem Ausgangsgestein. So werden unter anderem Granitgneise, Muskovitgneise, Augitgneise und Flasergneise unterschieden. Eine besonders auffällige Art ist der Augengneis. Weisse, augenförmige Punkte bedecken den Naturstein mit seinem dunklen Grundton. Diese entstehen, wenn Feldspate sich unter Druck verformen und „zur Seite ausweichen“. Gneis zählt zu den  mittel- bis grobkörnigen Natursteinen.

Der berühmte Gneis

Gneis weist, wie schon erwähnt, ähnliche technische Eigenschaften auf wie Granit. Somit überschneiden sich auch die Einsatzgebiete der beiden Natursteine. Gneis findet Verwendung als Bodenplatte, Fassadenverkleidung, Mauerwerkstein, Schotter und Splitt, aber auch als Belag für Bürgersteige und Strassen. Ausserdem wird er in der Bildhauerei genutzt. Ein berühmtes Beispiel ist der Mount Rushmore in den USA. Hier finden sich die jeweils 18m hohen Porträtköpfe von vier der bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Übrigens: Auch beim Mount Rushmore wird oft fälschlicherweise von Granit gesprochen!

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Autor stonenaturelle

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