Oberflächenbearbeitung bei Naturstein: Fein

Feiner Glanz

Badewanne mit Wandverkleidung aus Schiefer im Hintergrund und gebuersteter Kalksteinfliese auf dem Boden

Naturstein kann man auf unterschiedliche Weise bearbeiten. In unserem Beitrag „Oberflächenbearbeitung bei Naturstein: Grob“ haben wir bereits die groben Methoden vorgestellt. Dieses Mal erklären wir Ihnen die feinen Bearbeitungsmöglichkeiten „geschliffen“, „poliert“ sowie „geflammt und gebürstet“.

Naturstein poliert

Der edle Glanz, den man vor allem bei Marmor sehr schätzt, ist auf die polierte Oberfläche zurückzuführen. Hierbei wird zwischen „echt“ und „unecht“ polierten Natursteinen unterschieden. Beim unechten Polieren wird das Material lediglich so weit geschliffen, bis man keine Schleifspuren mehr erkennt, es handelt sich aber dennoch um einen reinen Schliff. Eine echte Politur dagegen wird mit Hilfe von Oxalsäure oder Kleesalz erzielt. Diese Stoffe bilden an der Oberfläche eine stark Licht reflektierende Schicht, die den verführerischen Glanz erzeugt. Diese Methode kann z.B. bei Marmor oder Kalkstein angewendet werden. Polierte Oberflächen sind sehr glatt und dementsprechend leider nicht rutschsicher. Dieser Nachteil kann allerdings behoben werden, wenn der Naturstein gelasert wird. Dabei werden kleine Mikroporen in die Oberfläche geschossen, um den Glanz trotz Rutschsicherheit zu erhalten.

Zwei Weingläser stehen neben gefülltem Erdbeerkorb auf Marmorfliesen Silver Shadow poliertNichts ist mit dem Glanz polierten Marmors zu vergleichen.

Naturstein geschliffen

Mit Steinschleifmaschinen, bei denen sich eine Schleifscheibe mit hoher Geschwindigkeit dreht, wird die Oberfläche der Natursteine geschliffen. Die Schleifscheibe besteht dabei aus mineralischen Körnern oder Diamanten. Durch unterschiedliche Körnungen (Korngrössen) kann der Naturstein gröber oder feiner geschliffen werden. Auch wenn eine ganz feine Körnung gewählt wird, sind bei dieser Art der Oberflächenbearbeitung im Gegenlicht immer Schleifspuren erkennbar. Der Naturstein glänzt zwar, wirkt aber im Vergleich zur polierten Oberfläche deutlich matter. Übrigens: Sie können Ihren Naturstein schleifen, wenn er durch Abnutzung oder Schäden an Glanz verliert. Hier erfahren Sie z.B., wie Sie Marmor schleifen. Mit dieser Methode können Sie Laufstrassen und kleinere Kratzer problemlos ausgleichen.

Detailaufnahme fein geschliffener Quarzit Deoli GreenDie fein geschliffene Quarzitfliese Deoli Green schimmert im Sonnenlicht.

Naturstein geflammt und gebürstet

Genau genommen handelt es sich hierbei um zwei Arten der Oberflächenbearbeitung. Im ersten Schritt wird der Naturstein geflammt. Diese grobe Methode raut die Oberfläche zunächst auf, da diese durch die Einwirkung von Hitze quasi aufplatzt. Im zweiten Schritt wird der Naturstein mit speziellen Bürsten gebürstet. In die Borsten wurden Schleifkörner eingearbeitet, die die geflammte, raue Oberfläche im Mikrobereich wieder glätten. So ist sie im Ergebnis immer noch rau, fühlt sich allerdings samtweich an, da kleine scharfe Kanten durch das Bürsten beseitigt wurden. Das Material erhält eine ganz besondere Optik und einen sanften Glanz.

Ob Sie Ihren Naturstein schleifen, auf Hochglanz polieren oder aber eine Kombination aus beflammen und bürsten bevorzugen, bleibt Ihnen  überlassen. Jede Art der Oberflächenbearbeitung bietet Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Bereiche, weshalb die Rutschsicherheit einen Faktor darstellt, der unbedingt beachtet werden sollte!

Geschrieben von:

Autor stonenaturelle

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